Web 2.0Ich lese Jens Kunaths Blog schon seit vielen Monaten regelmäßig. In der Vergangenheit hatten Jens und ich mehrere Berührungspunkte in unseren Vitas, ohne uns jedoch jemals persönlich kennenzulernen. (das haben wir inzwischen nachgeholt) Ich mag Jens unkomplizierte Herangehensweise, schätze seine Erfahrung und bewundere seine Work-Life-Balance.

Aber …

… was mir immer wieder ein grinsendes Kopfschütteln entlockt hat, war seine euphorische Einschätzung der Web 2.0 Szene. Umso mehr freut es mich, daß er mittlerweile Postings schreibt, unter die ich meine Unterschrift setzen würde. Trotzdem gibt es natürlich meine 2 Cent zu dem Thema …

Die deutsche Web 2.0 Szene: Was ist das eigentlich?

Neben einigen wirklich guten Ideen und tragfähigen Geschäftsmodellen kamen da vor allem jede Menge BWL-Kasper, die den sich auf dem Weg zu KPMG verlaufen haben und “Internetunternehmer” spielen wollten. Das wäre ja vielleicht noch okay, wenn man mit der Bereitschaft zu lernen und einer realistischen Selbsteinschätzung ans Werk gegangen wäre. Doch weit gefehlt! Die jungen “Gründer” wußten alles besser und wollten erfahrenen Internetunternehmern erzählen, wie das Geschäft “wirklich funktioniert”.

2008 Reality Check

2008 wird das Jahr der Wahrheit. Die meisten Finanzieren sind auf 2 Jahre ausgelegt. Wir sehen also dieses Jahr die erste Welle des Web 2.0 Sterbens. Ich bin mir ganz sicher, daß es dabei echte Überraschungen geben wird. Bei einigen Unternehmen klaffen Realität und verkauftes Szene-Image so weit auseinander, daß die Gründer kaum den seichten Abgang wählen können.

Auswirkungen auf die Internetwirtschaft sind minimal

Die Internetwirtschaft hängt an der “Old Economy”. Ein weltweiter Down Turn würde den Werbemarkt schwächen. Geringere Volumen, niedrigere Preise … die Spirale kennen wir ja schon (2001-2004). Darauf muss man sich einstellen. Werbung ist halt zyklisch – Onlinewerbung ein “Optionsschein auf die internationale Wirtschaftskonjunktur”.

Die Web 2.0 Startups hatten nur geringe Werbebudgets, so daß die Auswirkungen kaum meßbar sein dürften. Allerdings dürfte sich der Markt für Programmierer und Praktikanten wieder entspannen.

In diesem Sinne: Fröhliches Sterben!