Wieviele Social Networks verträgt der Markt?
Posted on August 11th, 2007 in Social Networks | 5 Comments »
Diese Frage wurde in ähnlicher Form in den letzten Wochen an verschiedenen Stellen diskutiert:
So hat Jens Kunath gefragt, ob es schon zu spät für ein Social Network ist? Die Antwort: Nein, wenn man besser ist als (potentielle) Wettbewerber und das auch den Kunden vermitteln kann.
Peter Schüpbach berichtet darüber, daß er als Business Angel noch immer 2-3 Anfragen pro Woche von neuen Social Networks bekommt. Auch er stellt die Sinnfrage. Dabei legt er gleich die Messlatte für ein erfolgreiches Social Network auf 300.000 – 1.000.000 Mitglieder.
Ulrich Pingel liefert ein wenig Statistik und prognostiziert, daß 90 Prozent der Social Networks die kritische Masse nicht erreichen werden.
Und? Haben sie recht?
Jain! Vom wirtschaftlichen, vc-getriebenen Standpunkt her: ja. Von der Entwicklung der Social Networks als Kommunikationsplattform: Nein.
20 – 50 Millionen Social Networks?
Ein Social Network ist nichts anderes als eine Community. Ein aufgebohrtes Forum, das die Beziehungen zwischen den Usern in den Mittelpunkt stellt. Ich denke, der Markt der Social Networks wird sich sehr ähnlich entwickeln, wie es die Foren und Blogs getan haben. Es ist nicht die Frage, ob es 20 oder 50 Social Networks geben wird, sondern ob 20 oder 50 Mio. davon entstehen.
Allein SOFTCLICK hostet inzwischen weit über 100.000 Foren – vom 20 User “Schulklassenforum” bist zum über 5 Mio. Beiträge starken Fanforum. Auch der Markt der Social Networks strebt in Richtung dieser Fragmentierung. Der Social Network ASP Ning meldet bereits 80.000 aktive Social Networks – täglich über 500 neue.
Kleine Kreise
So fragmentiert wie die Interessen und sozialen Verknüpfungen der Menschen in der realen Welt sind, werden sie auch in der virtuellen sein. Die Menschen werden im Netz kleine Cluster bilden, die die realen Verbindungen abbilden. (der Sportverein, der Stammtisch, die Clique) Die Kommunikation über die Clustergrenzen hinweg bleibt imho auch in Zukunft eher bescheiden. Letzlich wird man Kontakt immer zu den Menschen halten, zu denen man einen realen Bezug hat.
Skeptisch?
Wieviele Kontakte habt Ihr in XING hinzugefügt? Wieviele davon pflegt Ihr aktiv?
Wieviele Kontakte habt Ihr auf StudiVZ gegruschelt? Wieviele davon sind wirkliche Freunde?
Die größte Nutzerbindung wird in den “kleinen Kreisen” erreicht. So ist es schon seit Jahren. Die aktuelle Diskussion gleicht ein wenig dem, was Robert gerade erst gestern ausgepackt hat: “I think there is a world market for maybe five computers.”
Keine Chance für Mega Social Networks?
Das heißt aber nicht, daß es in Zukunft keine Meganetzwerke geben wird. Aus meiner Sicht gibt es zwei erfolgversprechende Ansätze:
1. Man bildet genau diese Strukturen (kleine Kreise) auf seiner Plattform ab und ermöglicht die Vernetzung der Kreise untereinander.
2. Man aggregiert existierende Social Networks.
Wie seht Ihr den Markt der Social Networks? Wir freuen uns auf Eure Kommentare!
5 Responses
[...] gute Einschätzung von Internetboom in Wieviele Social Networks verträgt der Markt? [...]
Schönes Thema ich habe das ganze an meinem persönlichen Bedarf dargestellt http://id-o.de/2007/07/20/wieviele-social-networks-braucht-ein-mensch/
[...] Softclick viel Erfahrung im Hosting von klassischen Internet-Foren hat, hat ein paar lesenswerte Thesen zur Marktentwicklung aufgestellt: Er glaubt, dass analog zur Entwicklung bei den Foren zwischen 20 und 50 Mio. kleine [...]
[...] Online-Netzwerk aus dem Boden schießt. Dieses Thema wurde nun auch im Gründerszene Blog und im Blog Internetboom aufgegriffen. Dieser Trend war ja auch für uns Auslöser chiloo zu realisieren, denn die User [...]
Hauptproblem derzeit ist die mangelnde Integration der Dienste – nicht die mangelnde Vielzahl. Es ist würde beispielsweise die Akzeptanz fördern, wenn Identitäten samt Reputationsaufbau übertragen werden könnten.