Ad20Ich wurde auf den letzten Veranstaltungen mehrmals auf Ad20.de angesprochen und gefragt, was ich davon halte. Zum derzeitigen Zeitpunkt keine leichte Frage, zu der ich trotzdem meine Gedanken einbringen will.

Der Name

Bei der Wahl des Namens hat Jens imho kein allzu glückliches Händchen bewiesen. Schließlich gibt es schon einen großen Vermarkter mit dem Namen Ad2net. In den Gesprächen passierte dieser Versprecher (“Ad2net…. ähhhh Ad20″) dann auch regelmäßig.

Außerdem ist der Begriff Web 2.0 viel zu schwammig, um damit das Zielportfolio zu definieren. An vielen Stellen wird Web 2.0 eher als zeitliche Einordnung und nicht als Deskription für eine Portalart gesehen. Dem möchte ich mich anschließen. Und auch Jens will offenbar nicht alles vermarkten, was “web 2.0ig” ist. Müßig zu erwähnen, daß das “2.0″ eine Modeerscheinung ist und wohl – wie damals die “2000″ – aus vielen Firmennamen wieder verschwinden wird.

Flexibilität

Wenn Web 2.0 für etwas steht, dann ist es die “Mitbestimmung”. Aber gerade hier gibt sich Jens – zumindest in seinem Blog – weniger offen, als das die meisten klassischen Vermarkter schon seit Jahren tun. Mitbestimmung bei der Auswahl von Werbekunden und eine enge Zusammenarbeit zwischen Publisher und Vermarkter sind heute schon Branchen-Standard.

Werbeformen

Hier sehe ich die größten Chancen. Die bisherigen Vermarkter tun sich schwer mit dem Verkauf von innovativen Werbeformen. Jens hat auf seinem Blog ja schon einige vorgestellt. Wenn er es schafft, hier Kompetenz zu vermitteln und sich als Anlaufstelle Nr. 1 für Werbeformen der nächsten Generation zu etablieren, schafft das sicher interessante Perspektiven.

Portfolio

Dazu wissen wir leider nichts. Zwar hatte Jens bereits letzte Woche angekündigt “ab morgen” seine Portfolio-Sites vorstellen zu wollen. Den Worten sind aber keine Tat gefolgt. Also tappen wir weiterhin im Dunkeln.

Ich gehe nicht davon aus, daß er – wie schon gewitzelt wurde – Shoppero und PaulsMama als die Flagschiffe seines Vermarktungsportfolios präsentieren wird. Das Portfolio von Mediaventures hält ja einiges bereit, was im weiteren Sinne “Web 2.0″ ist. Ich kenne allerdings die Interna zu wenig, um zu wissen, ob Orangemedia sich diese Sites “teilen” würde.

Communities suck

Interessant ist die Frage, welchen Teilausschnitt des Web 2.0 das neue Angebot bedienen wird. Für die Communities sehe ich wenig Chancen. Das Gelaber, daß man derzeit überall zu hören bekommt (“Das wird sich wandeln…”, “Die Unternehmen begreifen auch …”), kenne ich schon seit 9 Jahren. Das Ergebnis ist immer gleich: Communities werden erst gebucht, wenn die Content-Sites ausgelastet sind. Daran wird sich imho auch in den nächsten 9 Jahren nichts ändern.

Wettbewerb

Da mittlerweile auch große Portale auf den “Web 2.0 Zug” aufspringen und ihre Portale im typischen 2.0 Layout relaunchen, wird es schwer zwischen Web 1.0 und Web 2.0 zu unterscheiden. Da 2.0 schon rein zeitlicht eine Weiterentwicklung darstellt, wird kaum noch jemand 1.0 bleiben wollen. Da wären wir dann beim Kern des Problems: Um die Vermarktung der hochqualitativen, zeitgemäßen und kommerziell interessanten Angebote schlagen sich schon jetzt unzählige Vermarkter.

Mein Fazit

Wenn Jens es versteht, den “2.0 Hype” für sich zu nutzen und sich darüber hinaus auf innovative Werbeformen und individuelle Specials konzentriert, die die klassischen Vermarkter nicht bieten, gebe ich dem Unternehmen gute Chancen. Wenn es darum geht, mit altbackener Strategie das zu versuchen, was schon unzähliche Male gescheitert ist (TKP Vermarktung von Communites), wird es scheitern.

Was meint Ihr zu Ad20.de? Was sind Eure Tipps für ein Top Web 2.0 Portfolio?